Professor Dr. Manfred Bayer, Noah Dejanović, Katharina Fegebank, Professor Nils Mönkemeyer, Professorin Dr. Christiane Nüsslein-Volhard und Dr. Steffen Schneider sind die Persönlichkeiten, die auf der „Gala der Deutschen Wissenschaft“ am 31. März 2025 im Konzerthaus in Berlin ausgezeichnet worden sind.
Im Rahmen einer glanzvollen Festveranstaltung anlässlich des 75. Jubiläums des Deutschen Hochschulverbands würdigten vor 300 Gästen aus Hochschule, Politik und Gesellschaft der Deutsche Hochschulverband (DHV) und das Deutsche Studierendenwerk (DSW) Noah Dejanović als „Student des Jahres 2025“. Der Lehramtsstudent an der Universität Leipzig, der als Kind selbst körperliche, psychische und sexualisierte Gewalt erfuhr, setzt sich mit dem Projekt „Kinderschutz im Studium“ für die Aufklärung und Sensibilisierung von Studierenden und Lehrenden in Bezug auf Kindeswohlgefährdung und Missbrauch ein. Im Rahmen dieses Engagements kooperierte er z. B. mit dem Kinderschutzbund Sachsen und beteiligte sich an Social-Media-Videos der Kampagne „#GemeinsamGegenMissbrauch“ der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung. Der vom DHV und DSW ausgelobte Preis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro versehen, das der Stifterverband zur Verfügung stellt.
Academics – das von der ZEIT und der vom DHV herausgegebenen Zeitschrift „Forschung & Lehre“ getragene Online-Karriereportal für Wissenschaft, Forschung, Öffentliches und Gesellschaft – zeichnete Dr. Steffen Schneider als „Nachwuchswissenschaftler des Jahres" aus. Der Preis ist ebenfalls mit 5.000 Euro dotiert. Als Leiter des „Dynamical Inference Labs“ am Helmholtz Zentrum München entwickelt Steffen Schneider gemeinsam mit seiner Forschungsgruppe Algorithmen des Maschinellen Lernens, um dynamische Prozesse in biologischen Systemen statistisch zu modellieren und neue Ansätze für die medizinische Grundlagenforschung zu schaffen. Mit der Initiative „KI macht Schule“, die er 2019 gründete, bringt er zudem Künstliche Intelligenz in den Schulunterricht. Mehrere tausend Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte wurden bereits in Kursen und Fortbildungen erreicht und erhalten über eine offene Plattform Zugriff auf Unterrichtsmaterial und KI-Tools.
Nils Mönkemeyer, zuletzt Professor für Viola an der Hochschule für Musik und Theater München und inzwischen an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, wurde vom DHV die Auszeichnung „Hochschullehrer des Jahres“ verliehen. Der Preis, der mit Unterstützung des ZEIT-Verlags Gerd Bucerius GmbH & Co. KG vergeben wird, ist mit 10.000 Euro dotiert. Mönkemeyer hatte 2016 gemeinsam mit der Caritas Bonn das Festival „Klassik für Alle“ ins Leben gerufen, das Konzertbesuche und außergewöhnliche Begegnungen abseits der großen Konzerthäuser mit denjenigen, die es im Leben schwerer haben, ermöglicht. „Klassik für Alle“ im wahrsten Sinne des Wortes, sich in der Gesellschaft zu engagieren, versteht Nils Mönkemeyer als Geisteshaltung und nicht nur als Projekt. Das Festival war der Nukleus, doch sein soziales Engagement als Solist und gemeinsam mit seinen Studierenden reicht weit darüber hinaus. Der Bratschist baut Brücken und bringt Musik zu denjenigen, die in der Regel weder Gelegenheit noch Möglichkeit haben, an Konzerten teilzuhaben. Dadurch hat er sich in herausragender Weise um das Ansehen des Berufsstands in der Öffentlichkeit verdient gemacht.
Professor Dr. Manfred Bayer, Rektor der TU Dortmund, wurde mit der Auszeichnung „Rektor des Jahres“ geehrt, die der DHV bereits zum siebzehnten Mal ausgelobt hat. Der Physiker wurde in einer Umfrage unter den Mitgliedern des Verbands ermittelt, in der die Kompetenzen und Fähigkeiten der Rektorinnen und Rektoren bzw. Präsidentinnen und Präsidenten der wissenschaftlichen Hochschulen Deutschlands auf den Stufen 1 („ideale Besetzung“) bis 6 („denkbar schlechteste Besetzung“) beurteilt wurden. Bayer konnte dabei den im Vorjahr erstmals errungenen Titel erfolgreich verteidigen.
Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg und Senatorin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke, wurde als „Wissenschaftsministerin des Jahres“ gewürdigt. Auch sie wurde in einer Umfrage unter den Mitgliedern des Verbands ermittelt, in der die Kompetenzen und Fähigkeiten der Wissenschaftsministerinnen und Wissenschaftsminister in Bund und Ländern ebenfalls auf den Stufen 1 („ideale Besetzung“) bis 6 („denkbar schlechteste Besetzung“) bewertet wurden. Nach 2020 und 2023 hat Fegebank damit zum dritten Mal das DHV-Ministerranking für sich entschieden.
Neben den genannten Persönlichkeiten zeichneten die vom DHV gegründete Deutsche Universitätsstiftung und der Stifterverband die „Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung“ als „Wissenschaftsstiftung des Jahres“ aus. Die Stiftung wurde im Jahr 2004 von Professorin Dr. Christiane Nüsslein-Volhard ins Leben gerufen, die 1995 als erste Frau in Deutschland den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin erhielt. Mit der Stiftung hat es sich die Biologin zur Aufgabe gemacht, begabten Frauen mit Kindern den Berufsweg zur Wissenschaftlerin zu erleichtern. Über finanzielle monatliche Zuschüsse sollen junge Mütter von häuslichen Aufgaben und Kinderbetreuung entlastet werden, um mehr Zeit für ihre wissenschaftliche Qualifizierung und Profilierung zu erhalten. Mit diesem vorbildlichen Engagement setzt sie Maßstäbe, an denen sich andere Stiftungen, Stifterinnen und Stifter orientieren können. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert.
Weitere Informationen zu den Preisträgerinnen und Preisträgern:
- Student des Jahres:
https://www.youtube.com/watch?v=Mt5uABa6_Cc - Nachwuchswissenschaftler des Jahres:
https://www.youtube.com/watch?v=Sd8zX9jPNms - Hochschullehrer des Jahres:
https://www.youtube.com/watch?v=nC1ZjKnPZH4 - Wissenschaftsstiftung des Jahres:
https://www.youtube.com/watch?v=zoahut8dc70