Noah Dejanović studiert Lehramt an der Universität Leipzig und setzt sich seit Beginn seines Studiums gegen sexualisierte Gewalt und Missbrauch an Kindern ein. Dafür wird der 21-Jährige vom Deutschen Hochschulverband (DHV) und vom Deutschen Studierendenwerk (DSW) als „Student des Jahres 2025“ ausgezeichnet. Dejanović sensibilisiert mit seinem Projekt „Kinderschutz im Studium“ Mitstudierende und Lehrende für ein schwieriges und tabuisiertes Thema, wobei er die fachliche mit einer Betroffenen-Perspektive verbindet.
In seiner Kindheit war Noah Dejanović selbst Opfer von sexueller Gewalt und Missbrauch. Er kennt aus eigener Erfahrung die Hürden, vor denen betroffene Kinder stehen, sich jemandem anzuvertrauen und über das Erlebte zu sprechen. Deshalb ist es ihm wichtig, dass Erwachsene, die viel mit Kindern arbeiten, geschult darin sind, mögliche Anzeichen wahrzunehmen und zu wissen, wie sie Betroffenen helfen können.
Dazu müssen etwa angehende Lehrkräfte sensibilisiert werden, da die Verhaltensanzeichen, die von Missbrauch betroffene Kinder an den Tag legen, sehr unterschiedlich sein können und von Rückzug, über Aggression und Selbstverletzung bis zu Anhänglichkeit reichen können. Diese Thematik spielt in der Lehramtsausbildung in Deutschland nur selten eine Rolle.
Das möchte Noah Dejanović ändern. Er leistet wichtige Aufklärungsarbeit bei Lehramtsstudierenden, gemeinsam mit Katja Sturm, die als Referentin beim Kinderschutzbund Sachsen arbeitet. Das Besondere an ihren gemeinsamen Vorträgen vor Studierenden ist die Kombination von fachlichem Vortrag und der Schilderung der Betroffenenperspektive. Die Referentin des Kinderschutzbundes schildert den Studierenden ihr Wissen und gibt Hinweise als Expertin aus der Praxis der Familienhilfe. Noah Dejanović teilt seine persönlichen Erfahrungen und erzählt, was er sich selbst als betroffenes Kind von seinem Umfeld und seinen Lehrpersonen gewünscht hätte.
Darüber hinaus beteiligt sich Dejanović an mehreren Social-Media-Videos für die Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagne der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung.
Den Preis „Student/-in des Jahres“ haben DHV und DSW zum zehnten Mal ausgelobt. Mit der Auszeichnung werden Studierende ausgezeichnet, die ein über die Leistungen im Studium hinausgehendes, herausragendes Engagement zeigen, das möglichst einzigartig und innovativ sein sollte. Diese Kriterien erfüllt nach einhelliger Ansicht der sechsköpfigen DHV/DSW-Jury Noah Dejanović durch sein großes und vorbildliches Engagement.
Offiziell ausgezeichnet wird Noah Dejanović als „Student des Jahres 2025“ am 31. März 2025 im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin bei der „Gala der Deutschen Wissenschaft“ des Deutschen Hochschulverbands. Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro verbunden, das vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gestiftet wird.
Die DHV/DSW-Jury:
Prof. Dr. Daniela Wawra, Universität Passau, ehemalige DHV-Vizepräsidentin
Dr. Yvonne Dorf, DHV-Geschäftsführerin
Dr. Matthias Jaroch, Pressesprecher des DHV
Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des DSW
Marit Heinze, studentisches Mitglied im Verwaltungsrat des Studierendenwerks Mainz, Mitglied im DSW-Studierendenrat
Matthias Weingärtner, studentisches Mitglied im Verwaltungsrat des Studierendenwerks West: Brandenburg, Mitglied im DSW-Studierendenrat
Ansprechpartner für die Medien beim DHV:
Dr. Matthias Jaroch, Pressesprecher
Rheinallee 18, 53173 Bonn
Tel. 0228 902 6615
E-Mail jaroch@hochschulverband.de
Ansprechpartner beim DSW:
Stefan Grob, Referatsleiter Presse/Verbandskommunikation
Monbijouplatz 11, 10178 Berlin
Tel. 030 29 77 27 20, Mobil 0163 29 77 272
E-Mail stefan.grob@studentenwerke.de
Der Deutsche Hochschulverband ist die bundesweite Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland mit über 33.500 Mitgliedern (http://www.hochschulverband.de).
Das Deutsche Studierendenwerk vertritt als Verband der 57 Studenten- und Studierendenwerke in Deutschland deren Interessen sowie die sozialpolitischen Belange der Studierenden (https://www.studentenwerke.de).